Die Zukunft der Industrie: Vizekanzler Lars Klingbeil zu Gast bei Liebherr in Biberach
Austausch zu wirtschaftspolitischen Themen für die Industrie am Standort Deutschland Gemeinsame Identifikation zukunftsrelevanter Handlungsfelder in der Innen- und Außenpolitik und wie Wirtschaft und Politik diese zusammen gestalten können Liebherr als traditionsreiches Unternehmen mit großer Produktvielfalt, hohen Investitionen in deutsche und europäische Standorte sowie einer hohen industriellen Fertigungstiefe Eine SPD-Delegation um den deutschen Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil hat am Donnerstag, 5. Februar 2026, den Liebherr-Standort in Biberach a.d. Riss besucht. Im Umfeld eines Austauschs mit Vertretern der Familie Liebherr und Geschäftsführungen verschiedener Liebherr-Werke wurden unter anderem wirtschaftspolitische Themen, wie Investitionen in den Industriestandort Deutschland, regulatorische Rahmenbedingungen und die Außenhandelspolitik diskutiert – und wie Politik und Wirtschaft diese und weitere Handlungsfelder gemeinsam für die Zukunft in Deutschland und Europa gestalten können.Im Mittelpunkt des Programms stand ein intensiver Austausch zwischen den Familiengesellschaftern Jan Liebherr als Vorsitzendem des Verwaltungsrats der Liebherr-International AG und seinem Vater Dr. Willi Liebherr, ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrats der Firmengruppe, mit den politischen Vertretern der SPD, Lars Klingbeil, Andreas Stoch (Mitglied des Landtags und Landesvorsitzender Baden-Württemberg), Martin Gerster (Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Biberach) und Simon Özkeles (Kreisvorsitzender und Fraktionschef im Kreistag). Des Weiteren begleiteten die kaufmännischen Geschäftsführer Daniel Pitzer (Liebherr-Werk Ehingen GmbH) und Dr. Maximilian Schaut (Liebherr-Component Technologies AG) den Besuch. Ziel des Gesprächs war ein Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen wirtschaftlichen und politischen Akteuren sowohl zu innen- als auch außenpolitischen Themen. „Es war uns eine ganz besondere Freude, Vizekanzler und Finanzminister Klingbeil in Biberach, an einem unserer traditionsreichsten Standorte in Deutschland, zu begrüßen und ihm in einer sehr wertschätzenden Atmosphäre begegnen zu dürfen. Besonders wichtig war es uns, den wirtschaftlichen Beitrag unserer Firmengruppe über die letzten mehr als 75 Jahre – vor allem in Deutschland – zu beleuchten und mit ihm darüber ins Gespräch zu kommen, wie wir auch in Zukunft gemeinsam stabile Rahmenbedingungen für Unternehmen hier zu Lande gestalten können“, berichtete Jan Liebherr. Auch die politischen Vertreter der SPD-Delegation begrüßten den Austausch mit der Firmengruppe: „Liebherr steht für Innovationskraft, technologische Exzellenz und gute Arbeitsplätze – genau das brauchen wir für ein Standortstarkes Deutschland. Als Politik tragen wir Verantwortung, Planungssicherheit zu schaffen, Investitionen zu ermöglichen und die industrielle Wertschöpfung hierzulande zu sichern. Der Dialog mit Unternehmen wie Liebherr ist dafür unerlässlich“, sagte Lars Klingbeil. Liebherr wies im Rahmen des Austauschs auf aktuelle Herausforderungen in der Industrie hin und stellte praxisnah dar, welche Rahmenbedingungen Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Wachstum in Deutschland und Europa fördern – und wie der Beitrag hierzu sowohl seitens Politik als auch Wirtschaft aussehen kann. „2026 ist ein entscheidendes Jahr für den Industriestandort Baden-Württemberg. Es sind gerade Unternehmen wie Liebherr, die mit ihren Investitionen und Innovationen gute Arbeitsplätze und unseren Wirtschaftsstandort sichern", sagte Andreas Stoch zum wirtschaftlichen Beitrag der Firmengruppe in Süddeutschland. „Ich freue mich sehr, dass Liebherr weiterhin stark in der Region investiert und sich insbesondere in Biberach zukunftsorientiert für das Unternehmen sowie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufstellt“, ergänzte Martin Gerster. Besonders beleuchtet wurden im Gespräch einerseits innenpolitische Themen, wie die Innovations- und Investitionsförderung in Deutschland und Europa, der Abbau bürokratischer und regulatorischer Hemmnisse sowie weitere konjunkturfördernde Maßnahmen angesichts der angespannten globalen Nachfragesituation. Ein wichtiges Thema für die Firmengruppe stellt dabei unter anderem das Sondervermögen der Bundesregierung für Infrastruktur und Klimaneutralität dar, das bei konsequenter Umsetzung seitens der Politik spürbar positiven Einfluss auf das Investitionsklima in der gesamten Baubranche nehmen kann – zu der Liebherr als einer der größten Baumaschinenhersteller in Deutschland und der Welt maßgeblich beiträgt. „Momentan erfahren wir als Unternehmen mit großer Wertschöpfung in Deutschland schwierige Rahmenbedingungen am Standort Deutschland. Das Sondervermögen der Bundesregierung ist ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Nachfrage. Wir möchten uns als Unternehmen mit unseren industriellen Kapazitäten und unserem umfangreichen Know-how einbringen, um die Infrastruktur wieder auf den neuesten Stand zu bringen“, sagte Maximilian Schaut zu dem Besuch. Andererseits standen auch außenpolitische Fragestellungen rund um die US-Zölle, der intensivierte Wettbewerbsdruck vor allem aus Fernost und in diesem Kontext das Exportmodell Europa auf der Agenda. Als global agierende Firmengruppe ist Liebherr in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten aktiv – der zweitwichtigste Absatzmarkt nach dem Heimatmarkt Deutschland sind dabei die USA. „Das Exportmodell Europa steht unter Druck. Viele europäische Unternehmen haben derzeit mit Handelsbarrieren zu kämpfen. Das wirkt sich oft vor allem negativ auf unsere Wettbewerbsfähigkeit aus. Die US-Zölle verteuern beispielsweise unsere Produkte für US-Kunden und chinesische Konkurrenzprodukte bewegen sich aufgrund hoher staatlicher Subventionen oftmals ohnehin schon weit unter dem marktüblichen Preisniveau. Wir sprechen uns für einen entschlossenen Auftritt von Deutschland und der EU aus, der auf globalen Beziehungen und stabile Freihandelszonen bei gleichzeitiger Sicherung der Wertschöpfungskette in Europa setzt“, fasst Daniel Pitzer den Antritt des Unternehmens in Richtung der Politik zusammen. Im Rahmen der Gespräche skizzierten die Familiengesellschafter Willi und Jan Liebherr auch die über 75-jährige Geschichte der Firmengruppe, die 1949 in Kirchdorf an der Iller mit der Entwicklung des ersten mobilen Turmdrehkrans ihren Ursprung fand. Seitdem ist die Firmengruppe zu einem breit aufgestellten Technologieunternehmen mit 13 Produktsegmenten gewachsen und beschäftigt über 50.000 Mitarbeitende auf allen Kontinenten – knapp die Hälfte davon am Standort Deutschland. In die kontinuierliche Weiterentwicklung seiner Standorte in Deutschland tätigt Liebherr bedeutsame Investitionen. In den vergangenen fünf Jahren investierte Liebherr rund 1,9 Milliarden Euro in seine deutschen und über drei Milliarden Euro in seine europäischen Standorte. Am Standort Biberach investiert Liebherr bis 2034 einen dreistelligen Millionenbetrag in die umfassende Modernisierung des Werks für Turmdreh- und Mobilbaukrane. In Ehingen wird die Entwicklung und Produktion von Mobil- und Raupenkranen um 50 Hektar erweitert. Ebenfalls ausgebaut wird derzeit das Liebherr-Werk in Kirchdorf für Mobilbagger und Materialumschlagmaschinen um ein neues Versandzentrum für über 30 Millionen Euro. „Wir verfügen als Unternehmen über eine sowohl geographisch als auch produkttechnisch breite Aufstellung. Zugleich geht unser Know-how aber auch in die Tiefe: unsere hohe industrielle Fertigungstiefe mit vielen Schlüsselkomponenten wie etwa Motoren, Hydraulik oder Elektronik, aus unseren eigenen Werken ist die Grundlage für Qualität und Innovation. Um jedoch die Wertschöpfung in Europa erhalten zu können, besteht dringender Handlungsbedarf bei der Verbesserung der Standortbedingungen“, bekräftigte Maximilian Schaut.