ematec Technik -die greift Memmingerberg Rotorblatttraverse RBC-D
Wenn noch im November dieses Jahres in Schipkau in der Niederlausitz mit dem 365 Meter hohen Gicon-Höhenwindturm die höchste Windenergieanlage der Welt ans Netz geht, dann jubeln nicht nur die Projektverantwortlichen beim Dresdner Ingenieursdienstleister, der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) und dem Windkraftanlagenhersteller Vensys. Und als Beteiligte nicht nur die Firmen Schmidbauer und Wörle, die mit ihren Maschinen den Bau erst ermöglichten. Auch Manfred und Julian Eberhard und ihr Team von der Ematec AG mit Sitz in Memmingerberg werden stolz sein: Denn dank der Ingenieurskunst aus dem Allgäu konnte der letzte Montageschritt mit der Installation der drei Rotorblätter abgeschlossen werden. Möglich gemacht hat es die von Ematec entwickelte RBC-D-Technologie. Mit ihrer Hilfe können Rotorblätter in einem Winkel von ± 30 Grad installiert werden, und das schnell und sicher.-----------------------------„Das Anschlagen der Blätter in unterschiedlichen Winkeln war denn auch absolut entscheidend für die erfolgreiche Installation. Das wäre mit keinem anderen Hebezeug der Welt möglich gewesen“, ist sich Björn Schäfer sicher, Baustellenleiter des Windkraftanlagenherstellers Vensys. Teleskopierbare Turmkonstruktion Das Besondere am Gicon-Höhenwindturm ist, dass die Tragkonstruktion nicht wie bei herkömmlichen Windrädern aus einem Rohrturm, sondern aus einem mehrteiligen Stahl- und Gittergerüst besteht, bei dem der innere Turm – nach der Installation der Rotorblätter – auf eine Nabenhöhe von 300 Metern teleskopiert wurde. Die Montage der Blätter erfolgte zuvor in einer Höhe von ca. 1„Die Stahlkonstruktion unterhalb der Nabe beim Höhenwindrad in Schipkau ist deutlich voluminöser als bei normalen Anlagen, deswegen hatten wir bei der Blattinstallation deutlich weniger Platz zur Verfügung als üblich. Umso mehr mussten wir darauf achten, weder mit der Traverse noch mit den Rotorblättern am Turm anzustoßen. Das war eine Herausforderung, die unser Team bravourös gemeistert hat“, lobt Schäfer. „Blind bedienen“Der Baustellenleiter von Vensys ist mit seiner über 30-jährigen Erfahrung in der Windkraftbranche ein alter Hase und holte für das Projekt die erfahrenen deutschen Spezialisten von EZ Wind aus Elpersbüttel in Schleswig-Holstein ins Boot. Die Steuerung der RBC-D übernahmen dann zwei Experten von DH Renewables aus Irland und Schottland. „Die haben im vergangenen Jahr mehrere Vensys-Anlagen mit der Ematec-Traverse installiert und können die Fernsteuerung blind bedienen“, meint EZ-Wind-Chef Hans-Iver Jacobs.