Projektleiter AKM-Geschäftsführer Sven Bauer plante und verantwortete den logistisch anspruchsvollen Kraneinsatz mit 18 Liebherr-Geräten.
Hochspannung Im vergangenen Herbst hatten sieben große Liebherr-Mobilkrane einen bemerkenswerten Einsatz in Süddeutschland zu erledigen. Die Krane – allesamt vom Typ LTM 1650-8.1 – haben zeitgleich vier gewaltige Masten einer bestehenden Starkstromleitung angehoben.-----------------------------------------Im vergangenen Herbst hatten sieben große Liebherr-Mobilkrane einen bemerkenswerten Einsatz in Süddeutschland zu erledigen. Die Krane – allesamt vom Typ LTM 1650-8.1 – haben zeitgleich vier gewaltige Masten einer bestehenden Starkstromleitung angehoben.Eine logistische Herausforderung ersten Ranges: Nichts anderes war es, was neben schwerer Lasten bei diesem Einsatz nordöstlich von München zu bewältigen war. Eine Herausforderung, die Sven Bauer, Geschäftsführer der AKM Autokranvermietung aus dem Raum München, zu meistern hatte. „Die Synchronhübe hier sind der Abschluss eines Großprojekts, bei dem wir insgesamt 15 Masten dieser Stromtrasse vergrößert haben“, erklärt Bauer, der mit seinen Kranen seit Monaten immer wieder an der Hochspannungsleitung im Einsatz war. „Heute muss ich auf allen vier Baustellen sein, um zu gewährleisten, dass alles reibungslos funktioniert.“ Keine leichte Aufgabe für Bauer, denn „die größte Entfernung zwischen zwei Einsatzorten beträgt knapp 50 Kilometer.“Um bei diesem Projektfinale genügend Kranpower für das orchestrierte Anheben der vier turmhohen Masten bereitzustellen, hatte Sven Bauer kräftige Verstärkung angefordert. Sechs große Liebherr-Mobilkrane vom Typ LTM 1650-8.1 reisten aus Österreich, Baden-Württemberg und sogar aus Norddeutschland an, um den baugleichen AKM-Großkran von Bauer zu unterstützen. Die Firmen Prangl, Felbermayr, Thömen, Hüffermann, MSG und Wiesbauer waren auf den bayerischen Feldern mit von der Partie. Auf drei Baustellen wurden die 700-Tonnen-Krane paarweise eingesetzt, um die nötige Hubkraft aufzubringen. Immerhin galt es, bis zu 95 Tonnen schwere Lasten aus Strommasten und den daran hängenden Hochspannungsleitungen auf bis zu 104 Meter Hakenhöhe zu ziehen und dort sicher zu halten. Und das teilweise tagelang.Zwei Nächte lang am Haken.Am längsten hatten die beiden Geräte von Wiesbauer und MSG mit ihrer gemeinsamen Last an den Hakenflaschen auszuharren. Über zwei Nächte hinweg hingen Mast und Leitungen an der Traverse der Krane. Rund 35 Meter des unteren Gitterturmes wurden hier komplett neu aufgebaut. In den Großkranen wechselten sich die Kranfahrer in ihren Kabinen ab, denn die schwebend wirkenden Strommasten konnten natürlich nicht über Nacht unbeaufsichtigt bleiben. Aus Sicherheitsgründen führten die rund 40 Industriekletterer ihre Montagearbeiten nur bei Tageslicht und nach Auflösung des meist dichten Bodennebels durch. Auf allen vier Baustellen wurden große, vormontierte und bis zu 30 Tonnen schwere Mastteile von den kleineren Kranen – allesamt Liebherr-Geräte mit Traglasten von 90 bis 250 Tonnen – unter den hängenden Masten eingebaut. „Hier mussten wir oft in ziemlich flachem Winkel mit angehängter Last teleskopieren, um die Bauteile unter die angehobenen Strommasten zu bringen“, erklärt Sven Bauer.20.000 Stahl- und Aluplatten für festen Untergrund Eine imposante Zahl unterstreicht eindrucksvoll die eingangs erwähnte und aufwendige Logisitk: 20.000. Etwa so viele Aluminium- und Stahlplatten waren nötig, um die vier Einsatzorte auf den Ackerflächen für die Krane erreichbar und nutzbar zu machen. „Aufgrund der jüngsten Niederschläge hatten wir sehr matschige Böden und damit einen enormen Aufwand, um sichere Fahrwege und Aufstellflächen für die Krane zu schaffen“, erklärt Sven Bauer. „Teilweise waren 25 Quadratmeter mit Lastverteilerplatten für eine einzige Kranstütze erforderlich. Zudem hatten wir zum Teil abschüssiges Gelände und mussten dort die Abstützungen stark unterbauen.“Liebherr-Service war sichergestellt Als am dritten Tag der letzte der vier Strommasten abgesetzt wurde, zeigte sich Sven Bauer erleichtert: „Die akribische Vorbereitung hat sich gelohnt. Auch dank des hervorragenden Services von Liebherr konnten wir diesen Großeinsatz termingerecht abschließen. Das war wichtig, um die Leitungen innerhalb der geplanten Frist wieder unter Strom zu setzen. Aus diesem Grund hatte unser Kunde auch klare Anforderungen hinsichtlich der eingesetzten Krane: Es sollten nur Maschinen zum Einsatz kommen, bei denen ein schneller und zuverlässiger Service garantiert ist. Deshalb arbeiten wir bei diesem Projekt ausschließlich mit Liebherr-Mobilkranen und nicht mit Geräten anderer Hersteller, von denen wir ohnehin nur einige wenige besitzen. Tatsächlich hatten wir einen Defekt an einem Hydraulikschlauch. Der Servicetechniker von Liebherr war aber schnell vor Ort und hat den Schaden rasch behoben.“